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Erinnerungen und Sehnsüchte offenbaren sich gleich beim Aufschlagen des CD-Booklets: Schnappschüsse, Textnotitzen, Eintrittskarten, Kaffeeflecken und Illustrationen, die fast als Kommentare von Außen fungieren. Damit ist auch schon das Programm vorgegeben: Wehmut und Selbstironie paaren sich hier in zwölf Memorabilien von luftig-leicht bis kehlenschnürend.

Clara Luzia und ihre Mitmusiker klatschen auf „The long memory“ immer wieder in die Hände, als solle der Rhythmus den Antrieb in der tiefsten Traurigkeit finden und sagen: „Kopf hoch jetzt - die Sonne scheint!“.

Doch wenn die Sechs ganz ehrlich sein dürfen und sich der Blick nach Vorne nur mit viel Selbstüberwindung aufbaut, erstarren wir in großen Balladen wie „Glad it’s over“ oder dem schönen „Chelsea“, wo das Vermissen auch einmal wieder zelebriert werden darf.

Die sanft-brüchige Stimme von Clara Luzia selbst ist genau das richtige Transportmittel für die Stimmungen der zwölf Tracks, die manchmal fast ein bisschen zu rasch zum Punkt kommen, und mitunter durch ein jähes Ende verblüffen, wo man vielleicht schon noch eine Strophe erwartet hätte – dadurch ist das ganze Album leider auch bereits nach einer knappen Dreiviertelstunde durchgehört, was dem Titel wiederum ein leichtes Augenzwinkern verleiht.

Insgesamt hat Clara Luzia mit ihrem neuen Album natürlich einmal mehr verdient, in Erinnerung behalten zu werden!

8 von 10 Langzeitgedächtnissen


Dagmar Goller



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