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Relativ frühe Beginnzeiten haben manchmal ihr Gutes. Während Christine Stürmers Fangemeinde beim Konzert in Stubenberg ihre Dusche abbekam, schien eine unsichtbare Hand die sich bedrohlich auftürmenden nachtschwarzen Wolkenberge über dem Hartberger Hauptplatz beim Gig von "Clara Luzia und Band" zurückzuhalten. Die Energie des Himmels köchelte zwar bedrohlich vor sich hin, um sich schließlich in wolkenbruchartiger Form faktisch mit dem letzten Ton des Sextetts zu entladen. In Clara Luzia, anderswo schon längst über den Rang eines Geheimtipps hinaus gewachsen, muss sie in Hartberg das anscheinend erst werden. Wie sonst ist es zu erklären, dass trotz einladend lauer Sommernacht und trotz Gratiseintritt nur ein relativ kleines Grüppchen auf die Singer/Songwriterin, die grandios Folk mit Indiepop verkocht, neugierig war. In ihren wunderbar feinfühligen, textlich nicht glatt gebügelten englischsprachigen Songs, changierend zwischen leisem Weltschmerz und sympathischer Selbstironie, träumt die Wienerin Clara Luzia von einer besseren Welt. Sie nennt die Sehnsucht beim Namen, appelliert daran zwischenmenschliche Mauern niederzureißen und erinnert an den Mehrwert des Lebens durch die Liebe. Wie hieß es doch gleich in einer ihrer Liedzeilen? "I guess, I'm doing fine". Dem kann man nur beipflichten: Ein wirklich feiner Konzertabend!

FRANZ BRUGNER



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